Spielberichte der Saison 2019 / 2020

Offensiv harmlose HSG unterliegt Jarmen im letzten Test


Am Mittwoch empfing Kreisoberligist SV Blau-Weiß 21 Jarmen die Hochschulsportgemeinschaft, um eine letzte Standortbestimmung vor dem ersten Pflichtspiel vornehmen zu können. Am Wochenende spielt man in der ersten Runde des Kreispokals gegen Züsedom. Zuvor hatte man bereits eine gute Vorbereitung hingelegt, man unterlag der drei Klassen höher spielenden Spielvereinigung aus Görmin „nur“ 5:1, die anderen Tests wurden siegreich bestritten. Die Greifswalder hingegen hatten bereits ihre erste Ligapartie in der Landesklasse absolviert, im Derby gegen die „Hengste“ hieß es am Ende 3:3.


Gäste-Coach Schönfeld nutzte diese Partie, um etwas Neues auszuprobieren: Man stellte auf Viererkette um, agierte dafür mit nur einem Stoßstürmer. Dazu fand sich Wickboldt zwischen den Pfosten wieder, der diese Position in der Jugend bekleidet hatte, bisher aber zumeist als Verteidiger agierte. Und diese Veränderungen schienen aufzugehen: Bereits nach wenigen Augenblicken stibitzte Wickboldt im 1-gegen-1 dem Angreifer die Kugel per Grätsche vom Fuß, die HSG zeigte sich spielbestimmend. Vor dem Tor des Gegners konnte man jedoch noch nicht gefährlich auftauchen. Blau-Weiß brauchte einige Minuten, um in das Spiel zu finden und die Anweisung von Spielertrainer Kreutzer umzusetzen. Aber dann war es vor allem das Angriffspressing, was den Spielaufbau der Greifswalder erfolgreich störte. Folglich gab es auf Seite der Gäste einfache Fehler, Unsicherheiten und auch vermehrt lange Bälle, die aber zumeist leicht verteidigt werden konnten. Jarmen nutze selber oft letzteres, wodurch man in der Folgezeit die Abwehr des Gegners immer wieder überspielte (einige Male begünstigt durch nicht geahndete Abseitsstellungen).

So fiel dann auch das zu dem Zeitpunkte verdiente 1:0 für die Hausherren, nach einem gezielten Flugball aus der eigenen Hälfte lief Eike Hayen allein auf den Torwart zu und ließ sich auch von den zurückeilenden Verteidigern nicht mehr aufhalten. Zumindest auf Seiten der Gäste war man sich jedoch sicher, dass der Angreifer sich zum Zeitpunkt der Ballabgabe in Abseitsposition befanden hatte, ein entsprechender Pfiff blieb jedoch aus. Die HSG schaffte es bis zur Pause nicht mehr, Chancen zu kreieren. Die Heimtruppe hatte hier und da noch einen Abschluss, wirklich brenzlig wurde es aber nicht. Momente vor dem Ende des ersten Spielabschnitts gab es dann noch kurz Aufregung, als die Jarmener nach einem rustikalen, aber wohl fairen Körpereinsatz Uteß´ Elfmeter forderten. Die Pfeife blieb stumm, kurz danach ertönte sie dann, um die erste Halbzeit zu beenden.

In der Pause nahm Schönfeld einige Veränderungen vor: Hahn ersetzte Wickboldt im Tor, dieser ersetzte wiederum Struck als rechten Verteidiger; insgesamt sechs Wechsel wurden getätigt, einige Spieler bekleideten dazu im Vergleich zum ersten Spielabschnitt eine neue Position. Aber auch mit den neuen Männern blieben die Greifswalder offensiv harmlos. Dafür ließ man sich hinten nicht mehr so oft durch lange Bälle überspielen, wodurch auch die Gastgeber kaum zu Chancen kamen.  Viel Erwähnenswertes ereignete sich ab dem Wiederanpfiff nicht mehr, auf beiden Seiten wurden im Laufe der zweiten Halbzeit noch einige Wechsel durchgeführt. Die Härte die Zweikampfführung stieg zum Ende des Spiels an, einige gelbe Karten wurden verteilt. Eike Hayen trug sich in der 70. Minute erneut in die Torschützenliste ein, als er Hahn mit einem platzierten Abschluss keine Chance ließ. Die Partie verlief danach weiterhin recht ereignisarm, bis der Schlusspfiff ertönte.


Ein verdienter Sieg für Blau-Weiß Jarmen, die vor allem taktisch den Klassenunterschied auszugleichen wussten. Bei den Greifswalder merkte man fast die gesamten 90 Minuten, dass das System mit Viererkette neu ist und noch einiger Übung bedarf. Für die Gäste gilt es nun, diese Niederlage abzuhaken und sich auf das Spiel am Samstag gegen Altentreptow vorzubereiten. Die Gastgeber hingegen können mit einem guten Gefühl in die Pokalpartie gegen Züsedom starten.


HSG spielte mit:

Wickboldt – Struck, Person, Uteß, Breede – Dalhoff, Tratz – Boeck, Krüger, Diddens – Schulz

2. Halbzeit:

Hahn – Wickboldt, Person, Henski, Brecht – Uteß, Athmani – Saputra, Krönung, Diddens – Tratz


Text: Moritz Hahn



Fünf Elfmeter und sechs Tore – Punkteteilung zum Saisonauftakt im Stadtderby


Bereits am ersten Spieltag kreuzten sich die Wege der beiden Mannschaften aus der Hansestadt in der Landesklasse II, der HFC Greifswald gastierte bei der HSG Uni Greifswald im Volksstadion.  Die Vorbereitungen der beiden Teams gestalteten sich unterschiedlich: Während man auf Seiten der Hengste sechs Testspiele mit eher mäßigem Ergebnis bestritt (man verlor mehr als einmal gegen Kreisligisten, konnte dafür gegen Blau-Weiß Greifswald einen Punkt ergattern), hatte die Hochschulsportgemeinschaft nur eine Partie im Voraus, diese wurde gegen den Kreisoberligisten Nossendorfer Kickers 1:3 gewonnen. In der Saison 2018/19 trennten sich beide Teams in der Rückrunde mit 1:1, im Hinspiel konnte die HSG nach einem spektakulären Spiel einen 3:4-Sieg einfahren. Und auch der Auftakt in die neue Saison kam torreich daher...


Die Gäste starteten wie erwartet sehr tiefstehend, bereits nach zwei Zeigerumdrehungen gab es den ersten Aufreger: Im Zuge der ersten Offensivbemühungen des HFC kam ein Spieler im Sechszehner zu Fall, der Schiedsrichter zeigte zum Unverständnis der Heimtruppe auf den Punkt. Kapitän Schmietendorf ließ sich dieses Geschenk nicht nehmen und verwandelte sicher zur frühen Führung. In der Folge blieben die Hengste ihrer Spielphilosophie treu, womit die HSG deutlich ihre Probleme hatte, Torchancen blieben in der nächsten halben Stunden Mangelware. Dann gelang es Asbahr im gegnerischen Strafraum, den Ball zu erobern. Der Verteidiger grätschte daraufhin mit gestreckten Bein, traf Gegner und Ball, woraufhin das zweite Mal auf Elfmeter entschieden wurde. Uteß konnte diesen zum Ausgleich verwerten. Nur fünf Minuten später kreuzte Dallhoff im eigenen Sechszehner den Laufweg eines HFC-Stürmers, der daraufhin zu Fall kam. Die dritte und wohl eindeutigste Strafstoßentscheidung des Tages sowie eine gelbe Karte für den Übeltäter waren die Folge. Erneut trat Schmietendorf an, erneut verlud er Keeper Hahn und sorgte für die erneute Führung der Gäste. Und nur kurze Zeit später, unmittelbar vor dem Pausenpfiff, konnten die in rot gekleideten Hengste den nächsten Treffer markieren. Nach einem Eckstoß prallte der Ball Andy Zumkowski genau vor die Füße, der völlig blank das Leder im Eck unterzubringen wusste.

Nach der Pause ein ähnliches Bild: Tiefstehende Gäste, sich schwer tuende Gastgeber, die Probleme hatten, Chance zu kreieren. Man stellte kurz nach dem Wiederanpfiff um, agierte nun offensiver. Dann der vierte Elfmeter dieses Spiels: Hahn hatte den Ball von der Grundlinie in den Sechszehner flanken wollen, doch der Ball wurde von einem Hengste-Verteidiger mit dem Arm geblockt. Nach Rücksprache mit dem Assistenten entschied der Unparteiische erneut auf Strafstoß. Doch dieses Mal war das Glück auf Seiten des Torwarts, der den flachen Schuss Uteß´ sogar festhalten konnte. In der Folge fanden einige Fernschüsse der HSG ihren Weg Richtung Dünow, der jedoch mit keinem Schuss Probleme hatte. Nach einer gespielten Stunde war es dann Comebacker Hahn, der nach einer Saison ohne Fußball in der Startelf stand und nach einem unwiderstehlichen Solo seines Sturmkollegen Tratz den Ball mit dem Bauernspann im Eck unterbrachte. Den Gästen schwanden nun mehr und mehr die Kräfte, viele Bälle wurden nun weit nach vorne geschlagen, die Offensivbemühungen zum größten Teil eingestellt. Nur einmal war Hahn noch gefordert, konnte dort jedoch sein Können zeigen und den Ball sicher parieren. Die HSG dominierte das Geschehen, Chancen blieben weiterhin Mangelware. Knappe zehn Minuten vor dem Abpfiff dann der fünfte Elfmeterpfiff des Tages, als der Schiedsrichter ein Handspiel des HFC als strafwürdig einschätzte. Der zur Pause eingewechselte Krüger zeigte Nervenstärke und markierte den 3:3-Ausgleich. Die Heimtruppe erhöhte nochmal die Risikobereitschaft, schien die Führung erzwingen zu wollen. Jedoch blieb dies unbelohnt und der Spielstand hatte bis zum Ende Bestand.

Fünf Strafstöße und sechs Tore klingen nach einem furiosen Spiel, jedoch war es eine sehr chancenarme Partie, in der die HSG gute Moral bewies und nach doppeltem Rückstand noch einen Punkt einfahren konnte. Man hatte auf Seiten der Heimmannschaft 90 Minuten lang Probleme, gegen tiefstehende Gäste zu klaren Abschlüssen zu kommen. So geht die Punkteteilung am Ende wohl in Ordnung. Da beide Teams nicht für den Pokal gemeldet haben, haben sie nun jeweils eine Woche spielfrei, bevor es im Ligabetrieb weitergeht. Der HFC empfängt dann am 18.08. den Aufsteiger aus Eggesin, welche ihren Auftakt durch ein 1:8 gegen Groß Miltzow ordentlich in den Sand gesetzt haben. Die HSG fährt einen Tag früher nach Altentreptow, welche in Rollwitz am ersten Spieltag zu einem 1:1 kamen.


HSG spielte mit: R.Hahn – Wickboldt, Krebes (C), Breede – Jarchow, Asbahr (55. Dosdall), Dalhoff, M.Hahn (75. Brecht) – Uteß – Tratz, Schulz (46. Krüger)


Text: Moritz Hahn