Spielberichte der Saison 2019 / 2020

Erste Halbzeit völlig verschlafen

HSG verliert 4:1 gegen den MSV Groß Miltzow / Güllmeister trifft dreifach für die Hausherren

 

So langsam wird die Tabelle aufschlussreicher und man muss feststellen, dass die HSG dieses Jahr im Abstiegskampf. Fünf Punkte nach sieben Spielen und Platz 14 sprechen eine deutliche Sprache. Am letzten Spieltag konnte man jedoch der Reserve des Torgelower FC Greif ein Remis abtrotzen, die sich zu der Zeit auf dem dritten Rang befanden. Ein Ergebnis, mit dem man optimistisch in die folgenden Partien gehen kann. Man reiste am Samstag nach Groß Miltzow, den Tabellensechsten, wo

die beste Offensive der Liga zu finden war. Vor allem vor dem Reichelt-Duo Philipp und Manuel war man gewarnt, jeweils sieben Tore standen bereits zu Buche. Ersterer wurde außerdem vor dem Anpfiff als bester Torjäger der vergangenen Spielzeit der Landesklasse II ausgezeichnet.

 

Und bereits nach wenigen Sekunden trafen die Hausherren zur Führung. Nach einem Steckpass lief Manuel Reichelt seinen Gegenspielern davon und ließ auch Hahn keine Chance. In der Folge versuchte die HSG tiefstehend die langen Bälle der Heimmannschaft zu verhindern, was nur bedingt gelang. Es fehlte merkbar an Zugriff und gutem Zweikampfverhalten. Nach vorne brachte man nichts zustande. Das ging noch knapp weitere 20 Minuten gut, doch dann bestrafte Güllmeister innerhalb von 60 Sekunden die Gäste doppelt: Erst ließ er mit einem Sololauf von der Mittellinie vier Gegner stehen und verwandelte platziert ins lange Eck, kurz darauf war er nach einem langen Ball auf die rechte Angriffsseite am langen Pfosten komplett

blank, sodass er nach präzisem Querpass nur noch einzuschieben brauchte. Erst jetzt gelang es der HSG, Chancen zu kreieren. Nach schönem Steckpass von Satzel (ehemals Horning) ließ Tratz die Verteidiger hinter sich, scheiterte jedoch an Keeper Stechert. Zu dem Zeitpunkt war bereits eine halbe Stunde gespielt. Nur wenige Minuten später eroberte Diddens den Ball in der gegnerischen Hälfte, wurde dann auf seinem Weg Richtung Tor unsanft und -fair gestoppt. Die Greifswalder forderten einen Platzverweis, Schiedsrichter Dräger beließ es zurecht bei einer gelben Karte für den Miltzower Abwehrmann. Den fälligen Freistoß wuchtet Uteß auf das Gästetor, Philipp Reichelt klärte in ungewohnter

Manier auf der eigenen Linie.

Die HSG kam gut in den zweiten Durchgang hinein, ließ der Forderung des Trainers nach besserem Zweikampfverhalten Taten folgen und machte den Jungs von der Harthöhe das Leben sehr schwer. Diese wirkten hinten alles andere als sattelfest, ein ums andere Mal erspielten sich die Hansestädter gute Abschlusspositionen, doch fehlte dann entweder der Mut zum Schuss, der letzte Pass oder auch das altbekannte Quäntchen Glück. Viele Halbchancen ergaben sich, selten wurde es so zwingend, wie in der Szene, in der Krüger den Ball Richtung langes Eck spitzelte, dieses jedoch knapp verpasste. Die Gastgeber hingegen kamen fast ausschließlich über Standards in den gegnerischen Sechszehner, für Gefahr sorgten sie damit aber kaum. In der 82. Minute keimte dann nochmal Hoffnung für die HSG auf, als Uteß mit einem satten Freistoß den Anschluss herstellen konnte, der mehr als verdiente Lohn für knappe 40 Minuten guten Fusßball-Fight. Doch fünf Zeigerumdrehungen später

wurde diese dann zunichte gemacht, als Güllmeister nach einem Konter in die kurze Ecke einschieben konnte und somit auch den Endstand herstellte.

 

Eine wegen der ersten Halbzeit verdiente, wegen der zweiten Halbzeit ungerechte Niederlage für die Greifswalder. Während man die ersten 30 Minuten komplett verschlief, lieferte man vor allem nach dem Seitenwechsel eine tolle Partie ab, doch fehlte dann der Torjäger, der auch mal aus einer halben Chance eine Bude machen kann. Man verbleibt weiter auf dem drittletzten Tabellenplatz, nach der bye week empfängt man am 18. Oktober Landhagen zum Derby unter Flutlicht im

Volksstadion. Zwei Tage später reist dann der jetzige Fünftplatzierte aus Groß Miltzow ebenfalls in die Hansestadt, wo man am Sonntag gegen das Tabellenschlusslicht, den HFC, spielt.

 

HSG spielte mit: R.Hahn – M. Hahn, Krebes (C), Breede – Satzel (76. Saputra), Struck, Henski, Diddens – Uteß – Boeck (46. Krüger), Tratz

 

Text: Moritz Hahn


Neubrandenburg schlägt HSG und festigt Spitzenposition

Neubrandenburger FC 93 - HSG Uni 5:2 (2:1)

 

Am Samstag ging es für die Greifswalder den (verhältnismäßig) weiten Weg in die Vier-Tore-Stadt, wo mit dem FC 93 ein starker Gegner wartete. Dieser war in der noch jungen Saison bisher ungeschlagen, holte sieben Punkte aus drei Partien und konnte somit von Platz zwei grüßen. Die Hansestädter befanden sich mit vier Zählern im Mittelfeld der Tabelle, jeweils ein Sieg (nach der letztwöchigen phänomenalen Aufholjagd gegen FC Insel Usedom), ein Unentschieden (zum Liga-Auftakt gegen den HFC) und eine Niederlage (infolge der schlechten Leistung in Altentreptow) standen zu buche.

Sehr hohe Temperaturen und ein Geläuf, das Dank größerer klebriger Klumpen, die sich aus  zusammengeschmolzenen Granulatteilchen gebildet hatten, so manchen Flachpass hüppeln ließ, schienen nicht die optimalsten Rahmenbedingungen für ein Fußballspiel zu liefern. Die HSG kam mit diesen Umständen zu Beginn deutlich besser zurecht, aus einer stabilen Grundordnung war man die kontrollierende Mannschaft und kam vor allem über Struck in der Anfangsphase zu mehreren Abschlüssen aus gefährlichen Positionen, jedoch fehlte (noch) die Genauigkeit. Die Gastgeber waren kaum imstande, sich Chancen zu erspielen und ließen sich gerne mal von schnell vorgetragenen Angriffen der Gäste überrumpeln, die Abwehr wies zum Teil große Lücken auf, auch zwischen Mittelfeld und Verteidigung hätte man immer wieder einen 40-Tonner parken können. Tratz bestrafte diese Fahrlässigkeiten nach knapp 20 Minuten mit dem Führungstor für die Hansestädter, nachdem sich Struck an der Mittellinie den Ball ergrätscht und so den Angriff eingeleitet hatte.

Auch danach tauchten die Greifswalder vermehrt in der gegnerischen Gefahrenzone auf, verschliefen es aber, den Abstand zu vergrößern. Und kurz vor der Pause handelte man sich dann zwei Gegentore ein, beide Male hatte die Zuordnung in der Mitte nicht gestimmt. Angreifer Döscher wusste diese Unachtsamkeiten zu nutzen und markierte seine Saisontore sechs und sieben.

Der plötzliche Doppelschlag beeinflusste das Spiel der HSG in der zweiten Halbzeit merklich, hinten ließ der Zugriff spürbar nach und vorne ließ man die immer noch existierenden großen Lücken nun weitestgehend ungenutzt. Dank eines Abstimmungsproblems zwischen Torwart und Abwehrmann konnte sich Shyukryu einen eigentlich ungefährlichen Ball doch noch erlaufen und schob diesen in der 50. Minute zum 3:1 ein. Die Neubrandenburger ließen in der Folge, ohne vollends defensiv stabil zu wirken, das Spielgerät vermehrt in den eigenen Verteidigungsreihen laufen. Die Greifswalder kamen hier und da zu einer Halbchance, oft fehlte jedoch der letzte Schritt oder der entscheidende Pass. Als sich Diddens 20 Minuten vor dem Abpfiff den Ball schnappte und nach einem Sololauf einnetzen konnte, witterten die Gäste nun doch wieder ihre Chance, zumindest einen Punkt aus Neubrandenburg mitnehmen zu können. Man agierte folglich offensiver, hätte wenigstens einmal noch treffen müssen, doch verpasste dies. Und dann ist der Fußball eben so, wie er ist: Erneut schien der Ball bereits gesichert, doch man verlor diesen doch noch am eigenen Sechszehner und Shyukruy erzielte seinen zweiten Treffer des Tages. Das persönliche Sahnehäubchen folgte dann kurz vor dem Ende, als eben dieser eine zu kurz abgewehrte Flanke aus wenigen Meter per Rabona am machtlosen Schlussmann Reichel vorbei verwandelte.

„Durch eine Vielzahl von individuellen Fehlern in der Defensive und eine schwache Chancenverwertung haben wir uns selbst um den verdienten Lohn gebracht“, zog der Greifswalder Coach Schönfeld nach der Partie sein Fazit. Lange war man mindestens genauso gut wie der Gegner, doch durch die benannten Schwächen gab man mögliche Punkte aus der Hand. Bezeichnend für die fast schon traditionell defensive Fehleranfälligkeit steht das Torverhältnis der HSG, was nach vier Spieltagen bereits 15 Gegentore aufweist. Nächster Gegner ist dann Lubmin, ein erfahrungsgemäß schwere Partie steht somit an. Die Greifswalder sind (leider) nun mitten im Abstiegskampf zu finden, während der FC 93 weiterhin von Platz 2 der Tabelle grüßt. Letztere müssen in nächster Zeit den Ausfall von Sturm-Ass Döscher auffangen, der nach einer knappen Stunde infolge eines Zusammenpralls mit dem Gäster-Keeper das Spielfeld verlassen musste. Es folgt eine spielfreie Woche, in der beide Teams an ihren Schwachstellen arbeiten können und sollten.

 

HSG spielte mit: Reichel – Person (42. Wickboldt), Krebes (C), Breede – Struck, Dalhoff (67. Horning), Jarchow, Diddens – Brecht (53. Saputra) – Tratz, Krüger

 

Text: Moritz Hahn

 


Greifswalder Glatzen schocken Insel Usedom spät

HSG siegt dank grandiosem Comeback in der Schlussviertelstunde


Am Freitag gastierte der FC Insel Usedom bei der Hochschulsportgemeinschaft aus der Hansestadt zu Beginn des dritten Spieltags der Landesklasse II. Die Usedomer schienen als leichter Favorit ins Spiel zu gehen, konnte man bisher doch die dreifache Punkteausbeute im Vergleich zu den Greifswaldern einfahren und hatte in der letzten Saison das Aufeinandertreffen in der Hinrunde mit 6:1 für sich entscheiden können. Die Gastgeber waren schleppend in diese Spielzeit gestartet, nach einem Unentschieden im Stadtderby zum Auftakt gab es ein 4:1 in Altentreptow, bei einer weiteren Niederlage würde man bereits mit mächtig Druck in die folgenden Spiele gehen.

Coach Schönfeld hatte seine Mannschaft defensiv eingestellt, man griff erst ab der Mittellinie an und versuchte, vor allem über Konter für Gefahr zu sorgen. Dies gelang bereits nach wenigen Augenblicken, doch nach schnellem Gegenstoß vergab Uteß aus aussichtsreicher Position. Im Anschluss entwickelte sich eine Partie, in der Usedom mehr Ballbesitz hatte, das Tor der Heimtruppe blieb jedoch von starkem Beschuss verschont. Der erste Hochkaräter ergab sich erst nach knappen 25 Minuten, als Hahn nach einem Sololauf Diddens´ frei vor dem Gästetor auftauchte, jedoch knapp über das Tor zielte. Fünf Zeigerumdrehungen später fiel dann das 0:1, ohne sich wirklich angedeutet zu haben: Nachdem Keeper Wickboldt einen Eckball nicht festhalten konnte, konnte Kapitän Hus, an diesem Abend mit Abstand stärkster Usedomer, das Spielgerät über die Linie drücken. Kurz darauf ließ dieser die Insulaner zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt ein weiteres Mal jubeln, als er nach einem Greifswalder Ballverlust im Spielaufbau den Gegenangriff mit einem wunderschönen Heber vom Strafraumeck ins lange Ecke abschloss. Nach dem Doppelschlag ging es mit dem zweifachen Rückstand in die Pause. Ärgerlich aus Seiten der HSG, zwar war man die passivere Mannschaft, aber hatte hinten nicht viel zugelassen. Vorne war man jedoch bis auf einen richtig gefährlichen Abschluss noch nicht wirklich in der Lage, den Torwart in Bedrängnis zu bringen.

Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich das altbekannte Bild: Tiefstehende Hansestädter, aktivere Usedomer; ein Spiel, vorerst ohne nennenswerte Szenen. Nach einer knappen Stunde konterten die Usedomer und Hus konnte seinen dritten Treffer des Tages erzielen, er vollendete in die flache lange Ecke. Der Aal schien gefangen, doch ein Doppelwechsel nach 71 Minuten, bei dem Diddens und Hahn durch Schulz und Kästner ersetzt wurden, sowie eine glatt rote Karte für Joscha Hügel nach einem harten und zu späten Einsteigen gegen Dosdall läuteten eine Viertelstunde vor Abpfiff  eine Wende und damit verbunden eine furiose Aufholjagd ein.

Zuerst war es Krüger, der nur 180 Sekunden später mit einer wohl eher unbeabsichtigten Kopfballbogenlampe die HSG auf die Anzeigetafel brachte. Nur vier Minuten später erlief Struck einen maßgeschneiderten langen Ball im Sechszehner der Usedomer und bugsierte diesen am Torwart vorbei, der Anschluss war da, die Hansestädter witterten Morgenluft.

Nach 84 Spielminuten gelang dann der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleichstreffer, „ausgerechnet“ Steffen „Erich“ Kästner katapultierte einen Freistoß von der rechten Seite per Kopf in die Maschen. Der eisenharte Verteidiger absolvierte sein letztes Spiel für die Greifswalder und hatte in allen Spielen zuvor bisher nur einen Treffer verbuchen können. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, kam es, wie es dann vielleicht doch kommen musste. Wieder ein langer Ball, wieder stand eine Glatze genau richtig und konnte den schlussendlich goldenen Treffer zum 4:3 markieren: Florian Schulz hatte sich in einem Pulk von Spielern durchsetzen können und sein erstes Pflichtspieltor für die HSG erzielt. Nur wenige Augenblicke später wurde das Spiel durch den Unparteiischen beendet. Noch auf dem Platz wurde eine Siegesfeier begonnen, die sich bis spät in die Nacht fortsetzte.

Ein Spiel, das bis eine Viertelstunde vor Schluss entschieden schien, entwickelte sich so zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit, in der die Hansestädter am Ende kühlen Kopf bewahrten und einen Drei-Tore-Rückstand noch in einen Sieg ummünzen konnten. So was hatte selbst Gästetrainer Maaßen nach eigener Aussage weder als Trainer noch als Spieler erlebt. Während man auf Seiten der Gastgeber nun mit ordentlich Rückenwind nach Neubrandenburg zum FC fahren kann, gilt es für die Usedomer, den Schock zu verdauen, um vielleicht bereits am Sonntag gegen die Hengste wieder als Gewinner vom Spielfeld gehen zu können.


HSG spielte mit: Wickboldt – Person, Krebes (C), Dosdall (93. Jarchow) – Diddens (71. Kästner), Dalhoff, Uteß, Breede – Krüger – Struck, Hahn (71. Schulz)


Text: Moritz Hahn




Offensiv harmlose HSG unterliegt Jarmen im letzten Test


Am Mittwoch empfing Kreisoberligist SV Blau-Weiß 21 Jarmen die Hochschulsportgemeinschaft, um eine letzte Standortbestimmung vor dem ersten Pflichtspiel vornehmen zu können. Am Wochenende spielt man in der ersten Runde des Kreispokals gegen Züsedom. Zuvor hatte man bereits eine gute Vorbereitung hingelegt, man unterlag der drei Klassen höher spielenden Spielvereinigung aus Görmin „nur“ 5:1, die anderen Tests wurden siegreich bestritten. Die Greifswalder hingegen hatten bereits ihre erste Ligapartie in der Landesklasse absolviert, im Derby gegen die „Hengste“ hieß es am Ende 3:3.


Gäste-Coach Schönfeld nutzte diese Partie, um etwas Neues auszuprobieren: Man stellte auf Viererkette um, agierte dafür mit nur einem Stoßstürmer. Dazu fand sich Wickboldt zwischen den Pfosten wieder, der diese Position in der Jugend bekleidet hatte, bisher aber zumeist als Verteidiger agierte. Und diese Veränderungen schienen aufzugehen: Bereits nach wenigen Augenblicken stibitzte Wickboldt im 1-gegen-1 dem Angreifer die Kugel per Grätsche vom Fuß, die HSG zeigte sich spielbestimmend. Vor dem Tor des Gegners konnte man jedoch noch nicht gefährlich auftauchen. Blau-Weiß brauchte einige Minuten, um in das Spiel zu finden und die Anweisung von Spielertrainer Kreutzer umzusetzen. Aber dann war es vor allem das Angriffspressing, was den Spielaufbau der Greifswalder erfolgreich störte. Folglich gab es auf Seite der Gäste einfache Fehler, Unsicherheiten und auch vermehrt lange Bälle, die aber zumeist leicht verteidigt werden konnten. Jarmen nutze selber oft letzteres, wodurch man in der Folgezeit die Abwehr des Gegners immer wieder überspielte (einige Male begünstigt durch nicht geahndete Abseitsstellungen).

So fiel dann auch das zu dem Zeitpunkte verdiente 1:0 für die Hausherren, nach einem gezielten Flugball aus der eigenen Hälfte lief Eike Hayen allein auf den Torwart zu und ließ sich auch von den zurückeilenden Verteidigern nicht mehr aufhalten. Zumindest auf Seiten der Gäste war man sich jedoch sicher, dass der Angreifer sich zum Zeitpunkt der Ballabgabe in Abseitsposition befanden hatte, ein entsprechender Pfiff blieb jedoch aus. Die HSG schaffte es bis zur Pause nicht mehr, Chancen zu kreieren. Die Heimtruppe hatte hier und da noch einen Abschluss, wirklich brenzlig wurde es aber nicht. Momente vor dem Ende des ersten Spielabschnitts gab es dann noch kurz Aufregung, als die Jarmener nach einem rustikalen, aber wohl fairen Körpereinsatz Uteß´ Elfmeter forderten. Die Pfeife blieb stumm, kurz danach ertönte sie dann, um die erste Halbzeit zu beenden.

In der Pause nahm Schönfeld einige Veränderungen vor: Hahn ersetzte Wickboldt im Tor, dieser ersetzte wiederum Struck als rechten Verteidiger; insgesamt sechs Wechsel wurden getätigt, einige Spieler bekleideten dazu im Vergleich zum ersten Spielabschnitt eine neue Position. Aber auch mit den neuen Männern blieben die Greifswalder offensiv harmlos. Dafür ließ man sich hinten nicht mehr so oft durch lange Bälle überspielen, wodurch auch die Gastgeber kaum zu Chancen kamen.  Viel Erwähnenswertes ereignete sich ab dem Wiederanpfiff nicht mehr, auf beiden Seiten wurden im Laufe der zweiten Halbzeit noch einige Wechsel durchgeführt. Die Härte die Zweikampfführung stieg zum Ende des Spiels an, einige gelbe Karten wurden verteilt. Eike Hayen trug sich in der 70. Minute erneut in die Torschützenliste ein, als er Hahn mit einem platzierten Abschluss keine Chance ließ. Die Partie verlief danach weiterhin recht ereignisarm, bis der Schlusspfiff ertönte.


Ein verdienter Sieg für Blau-Weiß Jarmen, die vor allem taktisch den Klassenunterschied auszugleichen wussten. Bei den Greifswalder merkte man fast die gesamten 90 Minuten, dass das System mit Viererkette neu ist und noch einiger Übung bedarf. Für die Gäste gilt es nun, diese Niederlage abzuhaken und sich auf das Spiel am Samstag gegen Altentreptow vorzubereiten. Die Gastgeber hingegen können mit einem guten Gefühl in die Pokalpartie gegen Züsedom starten.


HSG spielte mit:

Wickboldt – Struck, Person, Uteß, Breede – Dalhoff, Tratz – Boeck, Krüger, Diddens – Schulz

2. Halbzeit:

Hahn – Wickboldt, Person, Henski, Brecht – Uteß, Athmani – Saputra, Krönung, Diddens – Tratz


Text: Moritz Hahn



Fünf Elfmeter und sechs Tore – Punkteteilung zum Saisonauftakt im Stadtderby


Bereits am ersten Spieltag kreuzten sich die Wege der beiden Mannschaften aus der Hansestadt in der Landesklasse II, der HFC Greifswald gastierte bei der HSG Uni Greifswald im Volksstadion.  Die Vorbereitungen der beiden Teams gestalteten sich unterschiedlich: Während man auf Seiten der Hengste sechs Testspiele mit eher mäßigem Ergebnis bestritt (man verlor mehr als einmal gegen Kreisligisten, konnte dafür gegen Blau-Weiß Greifswald einen Punkt ergattern), hatte die Hochschulsportgemeinschaft nur eine Partie im Voraus, diese wurde gegen den Kreisoberligisten Nossendorfer Kickers 1:3 gewonnen. In der Saison 2018/19 trennten sich beide Teams in der Rückrunde mit 1:1, im Hinspiel konnte die HSG nach einem spektakulären Spiel einen 3:4-Sieg einfahren. Und auch der Auftakt in die neue Saison kam torreich daher...


Die Gäste starteten wie erwartet sehr tiefstehend, bereits nach zwei Zeigerumdrehungen gab es den ersten Aufreger: Im Zuge der ersten Offensivbemühungen des HFC kam ein Spieler im Sechszehner zu Fall, der Schiedsrichter zeigte zum Unverständnis der Heimtruppe auf den Punkt. Kapitän Schmietendorf ließ sich dieses Geschenk nicht nehmen und verwandelte sicher zur frühen Führung. In der Folge blieben die Hengste ihrer Spielphilosophie treu, womit die HSG deutlich ihre Probleme hatte, Torchancen blieben in der nächsten halben Stunden Mangelware. Dann gelang es Asbahr im gegnerischen Strafraum, den Ball zu erobern. Der Verteidiger grätschte daraufhin mit gestreckten Bein, traf Gegner und Ball, woraufhin das zweite Mal auf Elfmeter entschieden wurde. Uteß konnte diesen zum Ausgleich verwerten. Nur fünf Minuten später kreuzte Dallhoff im eigenen Sechszehner den Laufweg eines HFC-Stürmers, der daraufhin zu Fall kam. Die dritte und wohl eindeutigste Strafstoßentscheidung des Tages sowie eine gelbe Karte für den Übeltäter waren die Folge. Erneut trat Schmietendorf an, erneut verlud er Keeper Hahn und sorgte für die erneute Führung der Gäste. Und nur kurze Zeit später, unmittelbar vor dem Pausenpfiff, konnten die in rot gekleideten Hengste den nächsten Treffer markieren. Nach einem Eckstoß prallte der Ball Andy Zumkowski genau vor die Füße, der völlig blank das Leder im Eck unterzubringen wusste.

Nach der Pause ein ähnliches Bild: Tiefstehende Gäste, sich schwer tuende Gastgeber, die Probleme hatten, Chance zu kreieren. Man stellte kurz nach dem Wiederanpfiff um, agierte nun offensiver. Dann der vierte Elfmeter dieses Spiels: Hahn hatte den Ball von der Grundlinie in den Sechszehner flanken wollen, doch der Ball wurde von einem Hengste-Verteidiger mit dem Arm geblockt. Nach Rücksprache mit dem Assistenten entschied der Unparteiische erneut auf Strafstoß. Doch dieses Mal war das Glück auf Seiten des Torwarts, der den flachen Schuss Uteß´ sogar festhalten konnte. In der Folge fanden einige Fernschüsse der HSG ihren Weg Richtung Dünow, der jedoch mit keinem Schuss Probleme hatte. Nach einer gespielten Stunde war es dann Comebacker Hahn, der nach einer Saison ohne Fußball in der Startelf stand und nach einem unwiderstehlichen Solo seines Sturmkollegen Tratz den Ball mit dem Bauernspann im Eck unterbrachte. Den Gästen schwanden nun mehr und mehr die Kräfte, viele Bälle wurden nun weit nach vorne geschlagen, die Offensivbemühungen zum größten Teil eingestellt. Nur einmal war Hahn noch gefordert, konnte dort jedoch sein Können zeigen und den Ball sicher parieren. Die HSG dominierte das Geschehen, Chancen blieben weiterhin Mangelware. Knappe zehn Minuten vor dem Abpfiff dann der fünfte Elfmeterpfiff des Tages, als der Schiedsrichter ein Handspiel des HFC als strafwürdig einschätzte. Der zur Pause eingewechselte Krüger zeigte Nervenstärke und markierte den 3:3-Ausgleich. Die Heimtruppe erhöhte nochmal die Risikobereitschaft, schien die Führung erzwingen zu wollen. Jedoch blieb dies unbelohnt und der Spielstand hatte bis zum Ende Bestand.

Fünf Strafstöße und sechs Tore klingen nach einem furiosen Spiel, jedoch war es eine sehr chancenarme Partie, in der die HSG gute Moral bewies und nach doppeltem Rückstand noch einen Punkt einfahren konnte. Man hatte auf Seiten der Heimmannschaft 90 Minuten lang Probleme, gegen tiefstehende Gäste zu klaren Abschlüssen zu kommen. So geht die Punkteteilung am Ende wohl in Ordnung. Da beide Teams nicht für den Pokal gemeldet haben, haben sie nun jeweils eine Woche spielfrei, bevor es im Ligabetrieb weitergeht. Der HFC empfängt dann am 18.08. den Aufsteiger aus Eggesin, welche ihren Auftakt durch ein 1:8 gegen Groß Miltzow ordentlich in den Sand gesetzt haben. Die HSG fährt einen Tag früher nach Altentreptow, welche in Rollwitz am ersten Spieltag zu einem 1:1 kamen.


HSG spielte mit: R.Hahn – Wickboldt, Krebes (C), Breede – Jarchow, Asbahr (55. Dosdall), Dalhoff, M.Hahn (75. Brecht) – Uteß – Tratz, Schulz (46. Krüger)


Text: Moritz Hahn