Spielberichte der Saison 2018 / 2019

Dreifacher Dalhoff ebnet Weg zum Sieg

 

Und weiter dreht sich das Torwartkarussell bei der HSG... nicht! Wie auch letzte Woche hütete Robert Hahn das Tor der Hansestädter, so spielte erstmals in der Rückrunde derselbe Torwart in zwei (aufeinanderfolgenden) Spielen. Nach einer guten Leistung und einem verdienten 2:1-Sieg gegen FC Insel Usedom im Gepäck fuhr man zum Tabellenschlusslicht aus Hohendorf. Dieses hatte in der gesamten zweiten Saisonhalbzeit nur drei Zähler geholt und war mit insgesamt acht Punkten bereits vier Siege vom rettenden Ufer entfernt. Dazu kam, dass sich das eigentliche Problem der Personaldecke dieses Mal nicht auf Seiten der Greifswalder befand, sondern die Heimmannschaft nur einen Auswechsler aufbieten konnte. Auf dem Papier waren also die Gäste wohl favorisiert.

 

Der Hohendorfer SV war von Anfang an darauf aus, das 0:0 zu halten. Bereits nach ca. zehn Minuten begann Schlussmann Schenk damit, abgefangene Bälle erst nach Anlaufen eines HSG-Spielers aufzunehmen. Die gesamte erste Halbzeit spielte sich beinahe ausnahmslos in der Hälfte der Gastgeber ab. Die Schussversuche der Hansestädter ließen sich jedoch lange der Kategorie „Halbchance“ beschreiben, richtig brenzlig wurde es nie.

In der 27. Minute dann der erste Treffer der Partie: Krebes schlägt eine Ecke von rechts flach in den Strafraum, Krüger hebt am kurzen Pfosten das Bein wie ein Hund und lässt so den Ball passieren. Hinter ihm läuft Vincent Dalhoff perfekt ein und verwandelt zum absolut verdienten 0:1. Doch dieser Abschluss sollte neben einer weiteren aussichtsreichen Möglichkeit des Torschützen, der den Ball aus sieben Meter über das Tor schoss, der einzige gefährliche Versuch der ersten 45 Minuten bleiben. Torwart Robert Hahn versuchte unterdessen auf Seiten der Gäste mit diversen Aufwärmübungen der drohenden Unterkühlung zu entgehen und kam vor dem Pausenpfiff auf gefühlte fünf Ballkontakte.

 

Der zweite Abschnitt sollte wesentlich torreicher werden: Knappe zehn Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff kam Dalhoff links im Sechzehner zum Abschluss und überwand den Keeper des Heimteams im kurzen Eck. Fünf Minuten später verhinderte Schenk mit einem reaktionsschnellen Abtauchen einen Freistoßtreffer von Gästekapitän Uteß. Kurze Zeit später hatte Struck eine Großchance, doch sein Linksschuss aus zentraler Position ging am langen Eck vorbei. So dauerte es bis zur 75. Minute, bis die HSG den Sack endgültig zumachen konnte, als die Nummer 14 der Greifswalder seinen dritten Treffer des Tages markierte. Sechs Minuten später machte der Dreierpacker Platz für Arne Brinkmann, der sich nach seiner Verletzungspause wohl zum Stürmer erklärt hat. Spielte dieser in der Vergangenheit hauptsächlich als Abwehrmann, wurde er nun bereits das zweite Mal nach erfolgreicher Genesung als Angreifer von der Bank gebracht. Ein Kluger Schachzug, wie sich noch zeigen sollte.

10 Minuten vor dem Ende bewies Krüger überragende Übersicht und spielte die Kugel links in den Strafraum, wo mit 40 Metern Anlauf Kästner angesprintet kam. Dieser hatte alle Zeit, sich die Ecke auszusuchen und platzierte das Spielgerät überlegt im langen Eck – Premierentreffer für den Verteidiger im HSG-Dress!

Den Schlusspunkt setzte der angesprochene Joker Brinkmann, der wie Fjörtoft 1999 mit einem Übersteiger antäuschte, um den Ball danach mit links ins Tor zu verfrachten.

Der Hohendorfer SV 69 kam im zweiten Spielabschnitt zu einem guten Abschluss, doch Hahn konnte den gut getretenen Freistoß parieren, der Nachschuss wurde weit über den Kasten gesetzt.

 

Ein in der Höhe verdienter Erfolg für die Greifswalder, die mit diesem Sieg und der ersten weißen Weste der Rückrunde weiter in der Tabelle klettern. Rang sieben belegt man nun, begünstigt durch eine Niederlage des FSV Garz in Wöpkendorf. Die Hohendorfer belegen weiterhin den letzten Platz, es fehlen zwölf Zähler auf einen Nichtabstiegsplatz bei sieben ausstehenden Partien. Sie fahren am nächsten Samstag nach Lubmin, die HSG Uni Greifswald spielt bereits am Gründonnerstag um 19:30 Uhr Zuhause gegen den Tabellendritten aus Barth, der mit einem Sieg auf Platz zwei springen könnte.

 

HSG spielte mit: R. Hahn – Holtfreter, Krebes, Kästner – Struck (72. Krönung), Langbecker, Asbahr, Jarchow (56. Breede) – Uteß – Krüger, Dalhoff (81. Brinkmann) 

 

Text: Moritz Hahn


Martin Uteß mit dem Lucky Punch –

HSG schlägt FC Insel Usedom 2:1

 

Und weiter dreht sich das Torwartkarussell bei den Hansestädtern. Dieses Mal „erwischte“ es Robert Hahn, der sein erstes Spiel als Schlussmann bestritt. Die Usedomer kamen mit breiter Brust, konnte man doch letzte Woche den Tabellenzweiten aus Trinwillershagen mit 3:1 besiegen, insgesamt 10 Punkte aus den vier letzten Spielen sprachen für eine gute Form. Die Greifswalder schienen nach der 5:0-Niederlage beim Tabellenführer SG Empor Richtenberg nicht in der Favoritenrolle. Trotzdem gelang es ihnen mit wenigen Ausnahmen, die Gäste vom eigenen Tor wegzuhalten und vor allem in der zweiten Halbzeit Druck auf das gegnerische Tor aufzubauen.

Die ersten zehn Spielminuten waren geprägt von Abseitsstellungen, vor allem auf Seiten der Insulaner. Generell war die erste Halbzeit ziemlich ereignisarm, Torchancen ergaben sich erst recht spät: Hahn parierte gut in der 42. Minute einen Kopfstoß, dem eine präzise geschlagene Ecke vorausging. Kurz darauf guckt er eine Flanke an den Außenpfosten. Auf der Gegenseite tankte sich Tratz unwiderstehlich auf der linken Seite durch, zog in de Strafraum, doch sein Abschluss glich eher einer Rückgabe. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich. In der 56. Minute dann die erste Großchance: Ein Usedomer lief plötzlich auf den Greifswalder Torwart zu, traf den Ball jedoch nicht richtig. So hoppelte dieser genau in die Arme von Hahn, der sich für die richtige Ecke entschieden hatte.

Dann ein Doppelwechsel, der für die weiteren Ereignisse des Spiels von großer Bedeutung sein sollte. Krönung und Knobloch verließen das Feld, Krüger und Struck betraten es dafür. Und mit der ersten Aktion schoss Letzterer in der 58. Minute nach einem Standard den Kapitän der Gäste, Krzysztof Jerzy Hus, an, wovon der Ball seinen Weg in die lange Ecke fand. Eine Führung für die Usedomer, die ziemlich aus dem nichts kam.

Der Ausgleich fiel 14 Zeigerumdrehungen später, als Tratz den Abpraller eines Freistoß-Hammers von HSG-Kapitän Uteß mit links zu versenken wusste. In der Folge drängte der Gastgeber auf die Führung, ein Mix aus Ungenauigkeit und einem guten Gäste-Keeper, der zwei Schüsse von Asbahr stark herausfischte, hielten das Spiel weiterhin offen.

 

Dann eine Nachspielzeit in drei Akten, die auch Goethe, Lessing oder Schiller nicht packender hätten schreiben können:

Akt 1 – Struck wird auf der rechten Seite wunderbar freigespielt und kann den Ball am Torwart vorbeispitzeln. Am Fünfmeterraum wartet Krüger, der völlig freistehend es tatsächlich schafft, die Physik auszuhebeln und den Ball über die Latte zu schießen.

Akt 2 – Keine Minute später wird eben jener Krüger im Sechzehner angespielt, behauptet sich und spielt die Pille überragend mit der Hacke in die Mitte am Torwart der Usedomer vorbei, wo Uteß in den Pass läuft und ihn aus kurzer Distanz über die Linie drückt. Es bildet sich anschließend eine Jubeltraube aus Spielern, Betreuern und Fans des Heimteams, die den Torschützen feiern.

Akt 3 – Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff gibt es noch einen letzten Freistoß für den FCU. Die Kugel fliegt in den Strafraum und nach einem Hin und Her kommt Pröhl auf einmal aus kurzer Distanz zum Abschluss, aber Torwart-Tiger Hahn ist auf dem Posten und pariert sensationell, der ungefährliche Nachschuss geht am Pfosten vorbei. Danach ist Schluss und ein zum Ende hin sehr nervenaufreibendes, aber überaus faires Spiel (keine gelbe Karte wurde vergeben) vorbei.

 

Ein verdienter Sieg für die HSG Uni Greifswald, die mit diesem Sieg an der SG Reinkenhagen vorbeizieht, die in einer irren Partie 4:5 dem SV Barth unterlagen. Damit haben die Hansestädter nun den achten Rang mit 33 Punkten inne und das Kunststück fortgesetzt, in keinem der mittlerweile 22 Ligaspielen mit einer Punktetrennung vom Platz gegangen zu sein. Der Abstand auf die weiterhin den fünften Platz belegenden Usedomer ist auf drei Zähler geschmolzen. In Bansin empfangen diese am nächsten Freitag die Sturmvögel aus Lubmin, die HSG fährt einen Tag später zum abgeschlagenen Schlusslicht nach Hohendorf.

 

HSG spielte mit: R.Hahn - Kästner, Krebes, Holtfreter - Asbahr, Langbecker - Dosdall (79.Jarchow), Uteß, Knobloch (57.Struck) - Tratz, Krönung (57.Krüger)

 

Text: Moritz Hahn


Am Ende chancenlos – HSG Uni Greifswald unterliegt mit 5:0

 

Jubiläum bei den Gästen aus der Hansestadt! Mit Robby Langbecker setzte man bereits den zehnten (!) Torwart der laufenden Saison ein, begünstigt durch die Ausfälle der etatmäßigen Schlussmänner. Neben diesem „Handicap“ ließen auch weitere Fakten das Spiel für die Hansestädter scheinbar unter keinen guten Vorzeichen stehen: Neben der erneut nicht üppigen Personaldecke (mit Comebacker Arne Brinkmann hatte man nur einen Spieler auf der Bank) musste man dazu noch nach Richtenberg zum Tabellenführer. Dieser befand sich mit zehn von möglichen 12 Punkten aus den Spielen der Rückrunde in überragender Form, nur gegen Verfolger Trinwillershagen spielte man Remis. Mit zwei Siegen und ebenso vielen Niederlagen legte man auf Seiten der HSG jedoch auch keinen schlechten Start in die zweite Saisonhälfte hin.

 

Die Greifswalder starteten mit einer recht defensiven Ausrichtung mit drei Sechsern und waren vorerst aufs Tore verhindern bedacht. Richtenberg versuchte vor allem über lange Bälle für Gefahr zu sorgen, was jedoch zunächst nicht aufging, bis man auf Seiten der blau-weiß gekleideten Gastgeber die erste aussichtsreiche Möglichkeit nach ca. zehn Zeigerumdrehungen vergab. Die Gäste blieben offensiv das ganze Spiel über sehr blass, einzig ein Kopfball von Kästner Mitte der ersten Halbzeit sorgte für Gefahr. Torchancen häuften sich nun für die Heimtruppe, jene Möglichkeiten wurden aber durch Unvermögen vergeben (u.a. verfehlte Sauer in der 28. Minute das leere Tor) oder den stark aufspielenden Aushilfstorwart vereitelt.

In der 38. Minute das mehr als verdiente 1:0: Langbecker verließ nach einer Ecke seiner Linie, konnte den Ball aber nicht weit genug klären. So musste Benjamin Nickel den Ball nur noch ins leere Tor schieben. Mit diesem Stand ging es dann in die Halbzeit.

Die 60 Zuschauer sahen in der zweiten Spielhälfte eine weiterhin dominierende Mannschaft aus Richtenberg. Bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff traf Konate nach einem Querpass, der sich an einen wunderbar geschlagenen Ball auf die linken Angriffsseite anschloss, als er den Ball aus wenigen Metern problemlos einschob. Die SG erspielte sich nun Chancen im Minutentakt und belohnt sich in der 67. Minute. Sebastian Sauer verwandelte einen Freistoß ansatzlos im Winkel des Torwartecks.

Nach 80 Minuten folgte das 4:0 gegen nun auch konditionell geschlagene Gäste, Konate gewann das Laufduell mit Langbecker um einen Steilpass und schoss von außerhalb des Strafraums den Ball ins verwaiste Tor. Christoph Knapp markierte kurze Zeit später mit seinem 14. Saisontreffer den Schlusspunkt.

Der Sieg geht auch in der Höhe mehr als in Ordnung, mit einer besseren Chancenverwertung hätte der Gastgeber auch noch weitaus mehr Tore erzielen können. Durch den Erfolg und der parallelen Niederlage des Verfolgers Trinwillershagen baut Richtenberg den Vorsprung auf vier Punkte aus, dazu hat man noch ein Spiel weniger als der Zweitplatzierte. Die HSG liegt nach diesem Spiel und 21 absolvierten Partien mit 30 Punkten auf Rang neun, hat aber gegenüber dem Punktgleichen Achten aus Reinkenhagen ein Spiel mehr in der Hinterhand. Als Nächstes empfängt man Zuhause den FC Insel Usedom, der momentan den fünften Platz belegt. SG Empor Richtenberg reist am selben Tag nach Lubmin, wo eine der besten Rückrundenmannschaften wartet.

 

HSG spielte mit:  Langbecker - Kästner, Krebes, R.Hahn - Athmani, Asbahr, Holtfreter - Horning, Uteß, Struck - Boeck (74.Brinkmann)

 

Text: Moritz Hahn


HSG Uni bezwingt Wöpkendorf

 

Wir schreiben den 20.Spieltag und die HSG stellt mittlerweile ihren 9.Keeper in der laufenden Saison zwischen die Pfosten. So gab Patrick Holtfreter sein „Comeback“ im Tor. Etwas Bauchweh hatte Paddy schon, denn schlechte Erinnerungen plagten ihn als er auf sein erstes Spiel als Torwart vor knapp 3,5 Jahren zurückblickte indem er sich gleich sieben Gegentreffer fing. Es konnte also nur besser werden, zumal die HSG sich für 0:2 Hinspielpleite bei der SG Wöpkendorf revanchieren wollte.

Aus dem ersten Eckball im Spiel entstand auch sofort die Führung für die Hansestädter. Ruhende Bälle sind die Aufgabe von Martin Uteß und dieser fand mit Sebastian Horning seinen Abnehmer. Horning köpfte die Ecke mustergültig aus fünf Metern unhaltbar in den Winkel. Mit der frühen Führung im Rücken spielte es sich fortan natürlich leichter. Weitere zehn Minuten später trat Uteß erneut zum Standard an. Er legte sich den Ball für einen Freistoß aus fast 25 Metern zurecht und zirkelte diesen mit genügend Geschwindigkeit und Effet über die Mauer hinweg ins Tor. Eine Viertelstunde war gespielt, die HSG agierte bis hierhin souverän und führte nicht unverdient. In der Folge verloren sie dann allerdings ein wenig den Faden und verpassten es durch Nico Tratz und Martin Uteß die Führung auszubauen. So kamen die Gäste der SG Wöpkendorf immer besser ins Spiel und prüften ein ums andere Mal unseren Aushilfskeeper Holtfreter. Die zu ungenauen und meist auch harmlosen Abschlüsse konnte Holtfreter allesamt auf seine Art und Weise entschärfen und ging so ohne Gegentor in die Pause.

Den besseren Beginn in die zweite Hälfte hatten dann unsere Kicker. So verzog Paul Asbahr in der 48. Minute bei seinem Versuch nur knapp und Maik Schönfeld traf nach guter Vorarbeit von Leon Breede in Minute 49 nur den Außenpfosten. Das Powerplay der HSG ging weiter und nur eine Minute später wurde Asbahr von Tratz in Szene gesetzt und statt selbst abzuschließen legte er unerreichbar quer. Nur sechs Minuten waren im zweiten Durchgang gerade einmal gespielt und mit dem vierten Torabschluss klingelte es dann endlich wieder im Kasten der Gäste. Die starke Vorarbeit von Tratz konnte Schönfeld mit dem Außenrist zum vermutlich vorentscheidenden 3:0 vollenden. In der letzten halben Stunde erhöhte die SGW nicht nur ihr spielerisches Engagement, sondern leider auch die harte körperliche Gangart. So verkürzten Sie durch einen Glückstreffer (vom eigenen Mann per Kopf abgefälscht) auf 3:1. Hoffnung keimte auf hier und heute doch noch etwas Zählbares mitzunehmen, doch diese erstickte der eingewechselte Aaron Boeck nur kurze Zeit später als er zum 4:1 traf. Wöpkendorf steckte jedoch nicht auf und kam seinerseits noch einmal auf 4:2 heran. Torwart Holtfreter parierte zwar einen Freistoß, ließ das Spielgerät allerdings klatschen und der Gast musste nur noch abstauben. Hinten raus verteidigte die HSG um den bärenstarken Steffen Kästner ihren Vorsprung und die SGW kämpfte zwar, kam aber nicht mehr gefährlich vors Greifswalder Tor.

 

Letztlich ist die Revanche von der bitteren Niederlage im Hinspiel geglückt. Der Abstand zur Abstiegszone ist auf nunmehr 13 Punkte angewachsen und die HSG rangiert mit 30 Punkten im gesicherten Tabellenmittelfeld.

 

HSG spielte mit: Holtfreter – Kästner, Krebes, Knobloch – Breede, Asbahr, Langbecker, Horning (46.Jarchow) – Uteß – Tratz, Schönfeld (71.Boeck)

 

Text: Peter Rüdiger


Vom Winde verweht - HSG Uni unterliegt 0:4 

 

Im Duell der Punktgleichen empfing der Siebtplatzierte PSV Ribnitz-Damgarten die Hochschulsportgemeinschaft aus Greifswald, welche sich tabellarisch unmittelbar hinter der Heimmannschaft einordnet. Wie auch an den vergangenen Spieltagen stand bei den Hansestädtern wieder die Torwart-Frage im Mittelpunkt. Nachdem man bereits mit Peter Struck und Martin Uteß in der Rückrunde bereits zwei Feldspieler als Torwart umfunktionieren musste, war es dieses Mal Steve Athmani. Dazu kamen Personalprobleme, sodass sich die Mannschaft bis auf einen Wechsler von alleine aufstellte. Dies konnte man von der Heimmannschaft nicht behaupten, traten diese doch mit 7 Spielern auf der Bank an.

 

Auf einem sehr tiefen, matschigen Boden und bei teils sehr starkem Wind kam der PSV bereits kurz nach dem Anpfiff in eine aussichtsreiche Position, jedoch verhinderte der schlecht gespielte letzte Pass eine Führung in den ersten fünf Minuten. Kurze Zeit später foulte Vincent Dalhoff seinen Gegner im Strafraum. Gelbe Karte und Elfmeter waren die Konsequenz, diesen verwandelte Paul Sund im linken Eck. Erst jetzt kam die HSG besser ins Spiel und erspielte sich zwei sehr gute Chancen (Uteß 18. Minute, Tratz 20.), jedoch wurden beide vom stark aufgelegten PSV-Keeper Falck vereitelt. In der 30. Minute dann das 2:0, als Gero Alexander Leplow vom Strafraum den Ball ins untere Eck einschob. Fünf Zeigerumdrehungen später war es dann Dalhoff, der mit einem sehr starken Tackling die Riesenchance zur Vorentscheidung verhinderte. So ging es mit dem alten Spielstand in die Pause.

 

Die zweite Halbzeit begann, wie es das Spiel in der ersten oftmals ausgesehen hatte: Der Gastgeber wirkte dominanter, ohne wirklich überragend zu spielen oder sich eine Großzahl an guten Chancen zu erspielen. In der 51. Minute hatte der PSV eine sehr gute Möglichkeit, jedoch versagten dem Stürmer die Nerven, sodass er freistehend vor dem Tor nur ein Schüsschen zustande brachte. Nach 60 gespielten Minuten kreuzte ein Ribnitzer den Laufweg von Jan Knobloch im Strafraum der Gäste, was einen weiteren Strafstoß für die Hausherren zur Folge hatte. Dieser wurde erneut von Paul Sund verwandelt, obwohl Schlussmann Athmani dieses Mal die Ecke geahnt hatte. Das Spiel verflachte fortan auf beiden Seiten, viele Ungenauigkeiten schlichen sich ein. Den Gästen gelang es nicht, in aussichtsreiche Abschlusspositionen zu gelangen bzw. diese zu nutzen. Nachdem man die letzten Minuten in Überzahl spielte (Gäste-Stürmer Krüger musste nach einer Verletzung vom Platz), traf der eingewechselte Ben Haese nach einem Angriff über die linke Seite zum 4:0 ins kurze Eck für den PSV, kurz darauf pfiff Schiedsrichter Sven Peter das Spiel ab.

 

Ein verdienter Sieg für einen besseren, obwohl nicht herausragenden spielenden Gastgeber. Das Ergebnis geht in der Höhe in Ordnung, jedoch hätte man sich, ob der Möglichkeiten in Halbzeit eins, nicht über einen Gästetreffer beschweren dürfen. Der PSV springt mit diesem Dreier zumindest über Nacht auf Platz 6 und liegt nur zwei Punkte hinter Garz. Die HSG verweilt auf dem achten Tabellenplatz, kann aber noch von Reinkenhagen überholt werden, welche am Sonntag beim Spitzenreiter Empor Richtenberg gastieren.

 

HSG spielte mit: Athmani - Dalhoff, Krebes, Knobloch - Krönung, Asbahr, Uteß, Boeck (62. Holtfreter) - Krüger - Tratz, Schönfeld

 

Text: Moritz Hahn


HSG im Rausch - Torfestival gegen Stralsund II

 

Was für ein Spiel, damit hätte vor Beginn der Partie wohl niemand gerechnet! Personelle Sorgen bereiteten Coach Langbecker Kopfzerbrechen, zudem stand die Frage im Raum: "Wer geht heute ins Tor?". Nachdem am vergangenen Wochenende bereits Martin Uteß sein Debüt im Kasten der HSG gab, war es dieses Mal Peter Struck. Kurios: Bereits bei der 0:2 Niederlage im Hinspiel stand mit Arne Brinkmann ein Feldspieler zwischen den Pfosten. 

Schiedsrichter Bilow pfiff die Partie an und die HSG war erst einmal nur physisch auf dem Platz anzutreffen. Dies nutzte der TSV 1860 eiskalt aus und ging durch einen Doppelschlag in der 8. und 9. Minute mit 2:0 in Führung. Die Köpfe der Uni-Kicker sanken zu Boden und am Spielfeldrand wurde bereits jetzt über ein mögliches Debakel getuschelt... Aus dem Nichts dann die erste große Torchance für Maik Schönfeld, doch er vergab kläglich. Der Gästekeeper spielte Schönfeld den Ball direkt in die Füße, doch er übersah den mitlaufenden Nico Tratz und schloss selbst ab. Der Weckruf für die HSG! Plötzlich waren die Grünen im Spiel und so war es ein 30 Meter Freistoß von Martin Uteß der uns zurück ins Spiel gebracht hat. TSV-Torwart Langer ließ den Ball nach vorn abklatschen und Schönfeld machte seinen vorherigen Fehler wieder gut als er den Abpraller souverän im Tor versenkte. Zwei Ecken und knapp zehn Minuten später saugte Schönfeld dann eine Ecke von Sebastian Horning an und lupfte das Spielgerät über den Torhüter hinweg bis kurz vor die Torlinie, wo Jan Knobloch nur noch den Kopf hinhalten musste und zum Ausgleich einnickte. Stralsund war fortan abgemeldet und die HSG machte weiterhin Druck. Tratz setzt sich durch und legt auf Horning ab, sein Schuss wird geblockt und der stramme Nachschuss von Uteß geht knapp drüber. Nur eine Minute später war das Spiel dann tatsächlich gedreht. Robert Hahn flankt den Ball zentral vors Tor und während die Stralsunder Hintermannschaft auf Abseits spekulierte und abschaltete, stach Uteß aus zweiter Reihe kommend in die Spitze und überköpfte den zögernden Keeper zur 3:2 Führung. Den Fairplay-Preis des Spiels gewann dann Horning, als er den zugesprochenen Einwurf zurückgab und dem Gegner den Ball überließ. Aber noch war nicht Schluss im ersten Durchgang. Stralsunds Schlussmann krachte vor der Grundlinie in Tratz und brachte diesen zu Fall. Den folgerichtigen Strafstoß verwandelte Uteß zur 4:2 Pausenführung.

In der Halbzeit lobte Coach Langbecker sein Team für die bewiesene Moral und trat zeitgleich auf die Euphoriebremse, denn Stralsund würde nach der Pause sicherlich nochmal Vollgas geben um doch noch etwas zählbares mit an den Strelasund zu nehmen. Doch schon in der 49.Minute sorgte Knobloch für eine Vorentscheidung. Uteß setzte sich über links durch und legte auf Schönfeld ab. Sein Schuss prallte vom Pfosten ab und Knobloch konnte seinen zweiten Treffer verzeichnen. Greifswald zog die Schlinge weiter zu und blieb stets gefährlich. So setzte Tratz in der 57.Minute energisch nach und konnte den eroberten Ball locker zum 6:2 einschieben. In der folgenden Viertelstunde wurden die Sundstädter plötzlich wieder aktiver und sie versuchten Schadensbegrenzung zu betreiben, doch ihre Offensivbemühungen  waren nicht von Erfolg gekrönt. Das Glück im Abschluss hatte am heutigen Tage die HSG auf ihrer Seite. Einen haltbaren unplatzierten Schuss von Tratz legte sich der Keeper dann zum 7:2 nahezu selbst ins Tor. Den toretechnischen Schlusspunkt setzte letztlich Paul Asbahr, als er ein Uteß Zuspiel zum 8:2 ohne Probleme verwerten konnte. In den Schlussminuten blieb die HSG zwar weiterhin am Drücker, doch es mangelte ihnen angesichts des eindeutigen Spielstandes an der nötigen Konzentration im Abschluss um eventuell noch einen weiteren Treffer nachzulegen. 

Ein unfassbares Spektakel mit einem vor Beginn des Spiels undenkbaren Ausgang. Nur ein Wechsler, ein Feldspieler im Tor und dazu der katastrophale Fehlstart. Die HSG beweist Moral und fertigt den TSV 1860 Stralsund II in der Folge gnadenlos ab.

 

HSG spielte mit: Struck - Kästner, Krebes, R.Hahn - Horning, Asbahr, Langbecker, Knobloch - Uteß - Tratz, Schönfeld (55.Krüger)

 

Text: Peter Rüdiger